26.07.2019: Der Nordmarkt und seine Nazis

Auf dem Nordmarkt im Zentrum der Dortmunder Nordstadt drehen schon seit Längerem die Nazis auf.

Sie stressen Linke und Migrant*innen, hängen im C18-Shirt rum und zeigen den Hitlergruß. Diesen Sommer verschärft sich die Lage.
Die Gruppe sammelt sich dabei um den in der Schillerstraße ansässigen Althooligan Dirk K., Mitglied der alten Garde der Borussenfront und knasterprobtem Tattoowierer, dem auch ein Hakenkreuz als Motiv nicht zu stumpf ist. K. trägt an seinem Stammplatz auf dem Nordmarkt auch gerne mal offen Hiebwaffen und Pfefferspray. Anziehungspunkt der Truppe ist ebenfalls die Familie J. mit David J. und seiner Mutter Heike, die beide auch gerne mal mit Märchengeschichten versuchen, Antifas anzuzeigen, um so in Dorstfeld vergebens nach Anerkennung und Unterstützung im “Zeckenkiez” zu suchen.
Die faschistische Trinkgemeinschaft macht dabei keinen Hehl aus ihrer Gesinnung und zeigt auch gern Tagsüber zur Begrüßung den Hitlergruß oder bedroht Linke und Migrant*innen. Teilweise kommen die Bedrohungen aus dem Umfeld des durch die Diakonie betrieben Kiosk auf dem Nordmarkt selbst. Das Umfeld des Kiosks scheint das nicht zu stören, und so wird Familie J. dort noch freundschaftlich begrüßt und nutzt den Kiosk als Schutzraum.
Direkt gegenüber befindet sich das Ordnungsamt. Die Beamt*innen sind allerdings viel zu sehr damit beschäftigt, Rom*nja und Sinti*zze oder Drogen konsumierende Leute zu kontrollieren und Leute zu nerven, die bei Rot über die Ampel gehen, als dass sie mal den Blick über den rechten Sumpf direkt vor ihrer Tür schweifen lassen um sich zu fragen, was sie dagegen unternehmen sollten. “Wir sind hier für den Bürger da”, suhlen sie sich gerne in ihrem eigenen verklärten Ordnungsverständnis. Was das genau heißt? Das wissen sie vermutlich selbst nicht so genau, denn sie schikanieren lieber die, die ohnehin schon marginalisiert sind, statt sich aktiv mit Täter*innen auseinanderzusetzen. Die Behörde ist weder für “den Bürger” noch für das Viertel da.
In einem Viertel, wo die Rechten versuchen Raumkampf zu betreiben und Menschen bedrohen, wo Elend und Armut herrschen, gilt es für uns das Viertel selber zu machen, eine solidarische Nachbarschaft aufzubauen, uns zu vernetzen und Freiräume zu erkämpfen! Das oft gelobte “linke Viertel” ist nicht von selbst entstanden, also Arsch hoch, es gibt noch viel zu tun. Auf geht’s!

Redebeitrag 24.05.2019: Nazis, Zivilbevölkerung und Linke

Die Dortmunder Neonaziszene ist trotz ihrer Größe, ihres Bekanntheitsgrades und den von ihr beanspruchten Räumen in der hiesigen Zivilgesellschaft scheinbar komplett isoliert.
Durch ihren offen propagierten Nationalsozialismus haben sie sich jegliche Chance verbaut, an eine bürgerliche bis populistische Rechte anzuknüpfen.
Lediglich in einzelnen Stadtteilen, die die Neonazis um die Partei “Die Rechte” schwerpunktmäßig bearbeiten, lassen sich gewisse Anknüpfungspunkte beobachten.

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09.05.2019: Verurteilung von Steven Feldmann

Rechte Machtdemonstrationen und die schweigende Justiz

Heute wurde der Neonazi Steven Feldmann zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der unter anderem wegen diverser Gewalttaten bereits in der Vergangenheit mehrfach verurteile Rechte bleibt bis Haftantritt in Untersuchungshaft. Zusätzlich zur heute angesetzten Haftstrafe kommen noch zwei weitere Strafen zu jeweils mehreren Monaten, die in vergangenen Verfahren auf Bewährung verhängt wurden und nun doch angetreten werden müssen. Zudem laufen noch Ermittlungen und Verfahren in anderen Fällen gegen ihn, denn Feldmann ging auch nach vergangenen Repressalien umtriebig und gewaltsam gegen politische Gegner*innen und Menschen, die nicht ins rechte Weltbild passen, vor.

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Redebeitrag 23.03.2019: Rechter Kampfsport

 

Kampfsport ist ein immer wichtiger werdender Verbindungspunkt zwischen organisierten Neonazis und rechten Hooligans. Im Ring können sie nicht nur ihre Propaganda gemeinsam verbreiten, sondern auch ihr rassistisches Bild von einem gesunden weißen männlichen Körper zelebrieren. Dabei gilt der Kampfsport sowohl als Vorbereitung für Kämpfe auf der Straße gegen politische Gegner*innen und Nicht-Deutsche, als auch für den von der Szene herbeigesehnten Rassenkrieg. Außerdem ist Kampfsport eine lukrative Einnahmequelle, mit der die Nazis ihre Strukturen weiter ausbauen können.
Das größte rechte Kampfsportevent Deutschlands ist der seit 2013 stattfindende Kampf der Nibelungen, kurz KDN. Seine Events werden immer größer und er ist europaweit Anziehungspunkt für rechte Kader, Kampfsportmarken und Rassist*innen aus dem Rockermilieu. Beim letzten KDN vergangenen Oktober waren ca. 700 Besucher*innen, darunter auch viele bekannte Dortmunder Nazis. An ihnen lässt sich gut erkennen, warum der Hype um rechten Kampfsport etwas ist, gegen das wir gemeinsam aktiv werden müssen. Hier einige Beispiele.

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